Wer auf Inlinern unsicher ist, ist es fast immer wegen des Bremsens. Rollen lernt man nach ein paar Stunden, sicher anhalten dauert länger. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Bremstechniken, und eine davon reicht für den Anfang. Die anderen kommen nach und nach dazu.
Heel-Stopp: die Bremse für den Anfang
Die meisten Fitness- und Freizeitskates haben hinten am rechten Schuh einen Gummistopper. So bremst du damit:
- In der Grundstellung parallel rollen, Knie gebeugt.
- Den rechten Skate eine halbe bis ganze Schuhlänge nach vorn schieben.
- Die Fußspitze des rechten Skates anheben, bis der Stopper den Boden berührt.
- Das Gewicht langsam nach hinten auf den Stopper verlagern und dabei tief bleiben.
Der häufigste Fehler: Die Leute heben den Fuß an, bleiben aber aufrecht stehen. Dann drückt kaum Gewicht auf den Stopper, und es passiert nichts. Die Kraft kommt aus dem tiefen Sitzen, nicht aus dem Fuß.
Im Stand den rechten Skate vorschieben und die Spitze anheben, bis der Gummi aufsetzt. Dann in die Knie gehen und spüren, wie der Stopper Gewicht bekommt. Erst danach aus langsamer Fahrt wiederholen.
Der Stopper ist ein Verschleißteil. Ist er bis zur Markierung abgefahren, wird er getauscht. Ein neuer kostet wenig und ist mit einem Inbusschlüssel in wenigen Minuten montiert.
T-Stopp: die Bremse ohne Stopper
Beim T-Stopp rollst du auf einem Bein und ziehst den anderen Skate quer hinter dir her, sodass beide Füße ein T bilden. Die Rollen des hinteren Skates schleifen über den Boden und bremsen.
Das klingt einfach, verlangt aber Gleichgewicht auf einem Bein. Das Gewicht bleibt dabei auf dem vorderen Skate, der hintere wird nur leicht angedrückt. Wer zu viel Druck gibt, dreht sich weg. Ein Nachteil: Der T-Stopp schleift die Innenkanten der Rollen ab. Dazu mehr unter Rollen und Lager.
Pflug: langsam werden auf leichtem Gefälle
Den Pflug kennen viele vom Skifahren. Du schiebst beide Skates weit auseinander, drehst die Fußspitzen nach innen und drückst die Knie leicht zueinander. Die Rollen laufen schräg und bremsen. Für einen Notstopp reicht das nicht, aber zum Tempo-Halten auf leichtem Gefälle ist der Pflug gut.
Powerslide und Hockey-Stopp
Für Fortgeschrittene gibt es Bremsen, bei denen die Rollen quer zur Fahrtrichtung rutschen: den Powerslide, bei dem ein Skate quer hinter dir aufsetzt und wegrutscht, und den Hockey-Stopp, bei dem beide Skates gleichzeitig querstellen. Beide bremsen stark auf kurzer Strecke, kosten aber viel Rollengummi und brauchen sichere Grundlagen. Übe sie erst, wenn Heel- und T-Stopp sitzen, und am besten mit Schützern auf glattem Untergrund.
Bremsweg realistisch einschätzen
| Bremse | Wann sinnvoll | Lernzeit (grob) |
|---|---|---|
| Heel-Stopp | Alltag, Radweg, Anfänger | 1 bis 3 Einheiten |
| T-Stopp | Skates ohne Stopper, mittleres Tempo | einige Wochen |
| Pflug | Tempo halten auf leichtem Gefälle | 1 bis 2 Einheiten |
| Powerslide | schneller Stopp für Geübte | Monate |
Auch mit gutem Heel-Stopp ist dein Bremsweg länger als zu Fuß oder auf dem Rad. Halte deshalb immer Abstand, besonders hinter Fußgängern und an Kreuzungen.
Steile Abfahrten sind für Einsteiger kein Übungsgelände. Selbst ein sauberer Heel-Stopp kann ab einem gewissen Tempo nicht mehr genug Gewicht auf den Stopper bringen. Lieber abschnallen und ein Stück gehen.
Übungsplan für eine Woche
- Tag 1: Heel-Stopp im Stand und aus Schritttempo, 20 Wiederholungen.
- Tag 2: Heel-Stopp aus etwas mehr Tempo, auf eine Markierung zu bremsen.
- Tag 3: Pflug auf ebener Fläche, dann auf leichtem Gefälle.
- Tag 4: Einbeinig rollen, erst links, dann rechts, als Vorbereitung für den T-Stopp.
- Tag 5: Erste T-Stopps aus langsamer Fahrt.
Wenn die Grundlagen noch wackeln, lies vorher die ersten Stunden und übe die Grundstellung.