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Inline-Skaten lernen: die ersten Stunden

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit Einsteiger

Die meisten Erwachsenen, die zum ersten Mal Inliner anziehen, wollen sofort losrollen. Verständlich, aber genau das führt zu den typischen Stürzen nach hinten. Wer die ersten Stunden in einer festen Reihenfolge angeht, kommt schneller voran und fällt seltener. Diese Reihenfolge hat sich in Kursen bewährt, und du kannst sie genauso allein auf einem ruhigen Platz durchgehen.

Grundstellung im VergleichLinks eine aufrechte Haltung mit gestreckten Beinen, rechts die Grundstellung mit gebeugten Knien und Händen vor dem Körper.zu aufrechtkippt nach hintenGrundstellungHände vornKnie über Fußspitze
Die Grundstellung von der Seite: Knie über den Fußspitzen, Gewicht mittig, Hände vor dem Körper. Eigene Grafik.

Der richtige Platz

Such dir für den Anfang eine ebene, glatte Fläche ohne Gefälle: einen leeren Parkplatz am Sonntag, einen Schulhof außerhalb der Schulzeit oder einen breiten Weg im Park mit feinem Asphalt. Pflaster, Splitt und Rasenkanten sind für die ersten Stunden tabu. Gut ist es, wenn neben der Fläche etwas Rasen liegt. Dorthin kannst du ausweichen, wenn du nicht bremsen kannst.

Schritt 1: Stehen und Grundstellung

Zieh die Skates im Sitzen an und steh mit Hilfe eines Geländers oder einer Bank auf. Stell die Füße etwa hüftbreit, die Spitzen leicht nach außen gedreht, wie ein kleines V. In dieser Stellung rollst du kaum weg.

Dann kommt die Grundstellung, die du bis zum Ende deiner Skatezeit nicht mehr loswirst: Knie deutlich beugen, bis sie über den Fußspitzen stehen. Oberkörper leicht nach vorn, Gewicht mittig über dem ganzen Fuß. Hände vor dem Körper, als würdest du ein Tablett tragen. Wer mit gestreckten Beinen steht, kippt beim kleinsten Ruck nach hinten.

Grundstellung halten

Geh zehnmal aus dem aufrechten Stand in die Grundstellung und zurück. Bleib jedes Mal drei Sekunden unten. Danach im Stand kleine Schritte auf der Stelle machen, die Skates dabei nur wenige Zentimeter anheben.

Schritt 2: Watscheln und erstes Gleiten

Aus dem V heraus machst du kleine Schritte nach vorn, wie eine Ente. Du merkst schnell, dass die Skates nach jedem Schritt ein Stück weiterrollen. Genau das ist das Gleiten. Lass es zu, bleib dabei in der Grundstellung und stell die Füße danach wieder parallel.

Mit jedem Durchgang werden die Schritte länger und schräger nach außen. Irgendwann drückst du dich mit einem Bein seitlich ab und rollst auf dem anderen. Das ist der Skating-Schritt. Wichtig: Der Druck geht zur Seite und leicht nach hinten, nicht nach hinten über die Fußspitze wie beim Laufen.

Schritt 3: Eine Bremse, bevor es schneller wird

Bevor du Tempo aufbaust, brauchst du eine Bremse, die du sicher kannst. Für die meisten ist das der Heel-Stopp mit dem Gummistopper am rechten Skate. Wie er funktioniert und welche Bremsen danach kommen, steht ausführlich im Beitrag Bremsen lernen.

Für den Anfang reicht auch ein Notbehelf: auf den Rasen rollen. Die Rollen bleiben dort abrupt hängen, also vorher etwas tiefer gehen und den einen Fuß nach vorn schieben.

Schritt 4: Kurven und Übersetzen

Die erste Kurve fährst du parallel: Füße nebeneinander, den kurveninneren Skate eine halbe Länge vor, Schultern und Blick in die Richtung, in die du willst. Der Körper folgt dem Blick. Wer auf die eigenen Füße schaut, fährt geradeaus weiter.

Später kommt das Übersetzen dazu. Dabei setzt du den äußeren Skate über den inneren, um in der Kurve Tempo zu machen. Das braucht Gleichgewicht auf einem Bein und kommt meist erst nach einigen Wochen.

Schritt 5: Fallen üben

Klingt seltsam, ist aber Teil jedes guten Kurses: Du übst das Fallen, bevor es ungeplant passiert. Mit Schützern gehst du aus langsamer Fahrt nach vorn auf die Knie, dann auf die Ellbogen, zuletzt auf die Handgelenkschoner. Wie das genau geht und welche Ausrüstung dafür nötig ist, steht unter Schutzausrüstung und richtig fallen.

Wie lange dauert das?

Bei regelmäßigem Üben kommen die meisten Erwachsenen nach drei bis fünf Einheiten von je einer Stunde sicher über einen Parkplatz. Für Radwege mit Gegenverkehr und Gefälle braucht es deutlich mehr. Kurze, häufige Einheiten bringen mehr als ein langer Tag, an dem die Beine irgendwann zittern.

Merke: Knie gebeugt, Gewicht mittig, Hände vorn. Fast jeder Anfängersturz nach hinten beginnt mit gestreckten Beinen.

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